BEUMER Group: Pipe Conveyor sorgt für staubfreien Transport von Erzkonzentraten

Transportadora Callao S.A., Betreiber eines Spezialverladeterminals im Hafen von Callao/Peru, setzt auf einen Pipe Conveyor der BEUMER Group, um Zink-, Kupfer- oder Bleikonzentrate verschiedener Bergbaufirmen vom Lager zum Terminal zu befördern. Der rund 3.000 Meter lange Förderer passt sich mit seiner dreidimensionalen Kurvengängigkeit der Streckenführung optimal an. Noch wichtiger: Das System verhindert den Kontakt der Konzentrate mit der Umwelt und fördert sie staubfrei zu den Schiffsladeräumen. Die BEUMER Group übernahm das Engineering, die Lieferung sowie den Stahlbau, überwachte die Montage und nahm den Pipe Conveyor in Betrieb.

Callao grenzt direkt an den Pazifischen Ozean. Mit rund 877.000 Einwohnern zählt es zu den größten Städten Perus. Hier befindet sich nicht nur der größte Flughafen des Landes, sondern auch einer der bedeutendsten Fischerei- und Handelshäfen Südamerikas. In diesem Hafen ist ein modernes Schiffsbeladeterminal für Erzkonzentrate entstanden. Betreiberin ist die Transportadora Callao S.A.

Bild 1: Blick vom Pier: Auf seinem letzten Teilstück verläuft der Pipe Conveyor am Meer entlang bis zum Übergabeturm.
Bild 1: Blick vom Pier: Auf seinem letzten Teilstück verläuft der Pipe Conveyor am Meer entlang bis zum Übergabeturm.

 

Etwa 75 Prozent der Im- und Exporte Perus, eines der wichtigsten Bergbauländer weltweit, werden in Callao bewältigt. Um die steigende Nachfrage nach diesen wertvollen Materialien noch effizienter erfüllen zu können, beschloss die peruanische Regierung, den Hafen auszubauen. Neben weiteren Lagerhallen umfassten diese Pläne auch das modernste und größte Schiffsbeladeterminal im Land. Aber noch etwas sollte geändert werden: die Art und Weise, wie die Rohstoffe zu den Schiffsbeladeplätzen gelangen. Bis zum Bau des Spezialterminals wurden LKWs eingesetzt, um die Konzentrate von den Lagern zum Hafenterminal zu transportieren. „Seit Beginn der Tätigkeiten von Transportadora Callao sind mehr als 130.000 LKW-Fahrten pro Jahr eingespart worden“, erklärt Víctor Sam, CEO der Transportadora Callao S.A. Das Unternehmen, ein Konsortium aus fünf Firmen aus der Bergbau- und Hafenbranche (Produzenten und Lagerbetreiber), hat eine Konzession des Staates Peru zum Bau und Betrieb der nötigen Infrastruktur erhalten.

Bild 2: Das Zuführband transportiert das Erzkonzentrat zum Pipe Conveyor der BEUMER Group. Ein Magnetabscheider sorgt dafür, dass Metallstücke aussortiert werden, und ein Metallsuchgerät gibt zusätzliche Sicherheit, um Schäden zu vermeiden.
Bild 2: Das Zuführband transportiert das Erzkonzentrat zum Pipe Conveyor der BEUMER Group. Ein Magnetabscheider sorgt dafür, dass Metallstücke aussortiert werden, und ein Metallsuchgerät gibt zusätzliche Sicherheit, um Schäden zu vermeiden.

 

Pipe Conveyor: staubfrei zum Ziel

Die Minen in Zentralperu befördern ihre Konzentrate zu den Lagern, die sich in einer Entfernung von etwa drei Kilometern vom Hafen befinden. Daher war eine absolut sichere Verbindung für den Materialtransport erforderlich, durch die eine Emission von Partikeln in die Atmosphäre vermieden wird. Schließlich fiel die Entscheidung auf den Pipe Conveyor der BEUMER Group. Direkter Ansprech- und Projektpartner war Helmut Wolf von der BEUMER Group Austria GmbH: „Wir entwickelten gemeinsam mit den Verantwortlichen auf Kundenseite eine Lösung, die auf die Streckenführung und die Umgebungsbedingungen ideal abgestimmt ist.“

Der geschlossene Transport durch den Pipe Conveyor schützt nicht nur die Umwelt vor schädlichen Einflüssen durch die Verunreinigung mit Bleikonzentrat während des Transportes. Es werden auch große Distanzen überbrückt und sehr enge Kurvenradien ermöglicht. Und wegen der Kurvengängigkeit dieses Gurtförderers sind – abhängig von der Länge des Förderers und verfügbaren Kurvenradien – wesentlich weniger oder keine Übergabetürme nötig. Der Anwender spart so deutlich Kosten und die BEUMER Group kann das System an individuelle Streckenführungen anpassen. Eingesetzt werden zugfeste und langlebige Fördergurte. Um dabei die optimale Gurtausführung zu ermitteln, nutzen die Ingenieure verschiedene Berechnungsprogramme. Damit analysieren sie Zugkräfte oder auch Kräfte, die durch Beschleunigung und Verzögerung entstehen. Ermittelt werden damit auch die möglichen Kurvenradien. Die BEUMER Group liefert dazu für jedes Projekt maßgeschneiderte Machbarkeitsstudien und Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Ein weiterer Vorteil ist die geringe Geräuschemission der gesamten Anlage. Dafür sorgen spezielle Tragrollen, geräuscharme Lager und die Wahl der richtigen Fördergeschwindigkeit. „Das macht den Arbeitsalltag der Mitarbeiter wesentlich angenehmer”, sagt BEUMER Ingenieur Wolf. Dazu führt Victor Sam aus, dass „die Geräuschmessungen entlang des Pipe Conveyors durchgehend Werte ergeben haben, die weit unter den erlaubten Grenzwerten liegen.“

Bild 3: In der Open-Access-Station beginnt die Förderstrecke des Pipe Conveyors und kurz danach überquert das Fördersystem das Raffineriegelände. Die Anlagen mussten dort mit feuerbeständigen Verkleidungen versehen werden.
Bild 3: In der Open-Access-Station beginnt die Förderstrecke des Pipe Conveyors und kurz danach überquert das Fördersystem das Raffineriegelände. Die Anlagen mussten dort mit feuerbeständigen Verkleidungen versehen werden.

 

Förderleistung: 2.300 Tonnen in der Stunde

Die BEUMER Group lieferte und installierte einen Pipe Conveyor mit einem Achsabstand von 3.195 Metern. „Aufgrund der Anlagenplanung und der geforderten Förderleistung haben wir ihn mit einem Durchmesser von 400 Millimetern dimensioniert“, erklärt Helmut Wolf. „Der Förderer transportiert 2.300 Tonnen pro Stunde bei einer Geschwindigkeit von 4,5 Metern in der Sekunde und wird von drei Motoren mit je 650 Kilowatt Leistung angetrieben. Wir haben das System mit Filtern, Abstreifern, einem Entstaubungs- und einem Steuerungssystem für die Anlage ausgerüstet.” Die BEUMER Group übernahm das Engineering und die Automation, lieferte den Stahlbau und alle erforderlichen Komponenten. Die Baustellenleiter überwachten die Montage und nahmen die Anlage in Betrieb.

Bild 4: Der Pipe Conveyor passiert den Marinehafen von Callao: Zu sehen ist die letzte Kurve vor dem Übergabeturm in Richtung Hafenterminal.
Bild 4: Der Pipe Conveyor passiert den Marinehafen von Callao: Zu sehen ist die letzte Kurve vor dem Übergabeturm in Richtung Hafenterminal.

Der Prozess läuft nahezu störungsfrei und vor allem sicher: LKW und Züge liefern die Erzeugnisse der Bergbaufirmen von den Minen zu den Erzlagern, von denen aus sie dann der Open-Access-Station zugeführt werden. Dort werden die Konzentrate von einem 43 Meter langen Zuführband aufgenommen, das diese in einer Höhe von sechs Metern an den Pipe Conveyor übergibt. Ein Entstaubungssystem sorgt dafür, dass bei diesem Vorgang kein Material freigesetzt wird. „Das Zuführband haben wir mit einem Metallsuchgerät und einem Elektromagneten ausgerüstet“, erklärt Helmut Wolf. „Auf diese Weise verhindern wir, dass Metallstücke den nachgelagerten Pipe Conveyor beschädigen.“ Am Streckenende verläuft das Fördersystem im Marinehafen von Callao am Meer entlang bis zum Übergabeturm. Dort öffnet sich der Gurt automatisch. Er gibt das Material auf einen weiteren Gurtförderer, der das Erz zur Schiffsbeladeanlage befördert.

Víctor Sam: „Dieses moderne System, das jetzt seit 17 Monaten in Betrieb ist, hat eine deutliche Steigerung der Geschwindigkeit von 500 Prozent bei der Verladung von Konzentraten bewirkt und die Wartezeiten der Schiffe bis zur Beladung um mehr als 80 Prozent verringert. Diese Vorteile führen zu Einsparungen bei den Exporteuren und verbessern die Wettbewerbsfähigkeit der Bergbauindustrie des Landes.”

Bild 5: In einer Höhe von sechs Metern wird das Material absolut staubfrei transportiert.
Bild 5: In einer Höhe von sechs Metern wird das Material absolut staubfrei transportiert.


Reibungslos integriert, Herausforderungen gemeistert

„Eine große Herausforderung für uns war es, den Pipe Conveyor in das bestehende Umfeld zu integrieren“, sagt Helmut Wolf. Denn die BEUMER Anlage stellt die Verbindung zwischen den einzelnen Gurtförderern unterschiedlicher Hersteller dar. „Bei der Projektabwicklung mussten wir zudem viele behördliche Auflagen beachten“, berichtet Helmut Wolf. Das Projekt stellt eine vom Staat Peru erteilte Konzession an Transportadora Callao S.A. dar, die Odebrecht Perú Ingeniería y Construcción mit der Ausführung der Arbeiten und Buenaventura Ingenieros S.A. mit der Überwachung der Arbeiten beauftragte. Odebrecht wiederum betraute die BEUMER Group mit der kompletten Ausführung des Streckenabschnitts auf dem Festland.

Der Streckenabschnitt an Land beginnt am „Open Access“, wo das Konzentrat aus den Lagern übernommen wird. Danach passiert der Pipe Conveyor eine Raffinerie und einen militärischen Bereich. „Das war der vorgegebene Streckenverlauf, an den wir uns halten mussten“, erläutert Helmut Wolf. Im Bereich des Raffineriegeländes mussten die Anlagen dazu noch mit speziellen feuerbeständigen Verkleidungen versehen werden. Dank dieser großartigen Ingenieursarbeit kann Transportadora Callao an ihrem Spezialterminal Schiffe für Massengut bis 60.000 Tonnen DWT bedienen, ohne die Arbeiten an den anderen Terminals im Hafen von Callao zu behindern.

Bild 6: Der Pipe Conveyor endet am Übergabeturm, von dem aus das Material an die Schiffsbeladeanlage übergeben wird. (Bildnachweis: BEUMER Group GmbH & Co. KG)
Bild 6: Der Pipe Conveyor endet am Übergabeturm, von dem aus das Material an die Schiffsbeladeanlage übergeben wird.
(Bildnachweis: BEUMER Group GmbH & Co. KG)


Weltweit vernetzt und auf einen Punkt gebracht

Um Unternehmen wie Odebrecht und Transportadora Callao mit Komplettlösungen optimal zu unterstützen, hat die BEUMER Group ihre vielfältigen Kompetenzen weltweit in den unterschiedlichen Branchen gebündelt und verschiedene Centers of Competence geschaffen. Dazu gehört auch das Geschäftsfeld Pipe Conveyor. Diese weltweit zuständige Zentrale kümmert sich um den Vertrieb und das Projektmanagement. Sie sammelt und bereitet das Know-how der einzelnen Landesgesellschaften auf und gibt es gezielt an die weltweit agierenden Fachleute der Unternehmensgruppe weiter – zum Beispiel an Helmut Wolf und sein Team. „Sowohl in der Bauphase als auch beim Support während des Betriebs hat das technische Team von BEUMER seine Professionalität und Einsatzbereitschaft gezeigt und nach nun eineinhalb Jahren Betrieb und mehr als vier Millionen Tonnen transportierter Konzentrate können wir bescheinigen, dass die angestrebten Ziele erreicht worden sind“, erklärt Víctor Sam.

Auch nach der Inbetriebnahme sorgt die BEUMER Group mit einem umfangreichen Customer Support für eine hohe Anlagenverfügbarkeit. Gerade hat Transportadora Callao einen Teleservice-Vertrag mit dem Systemlieferanten unterzeichnet, so dass alle eventuell auftretenden Störungen in den Anlagen durch die Spezialisten von BEUMER bearbeitet werden können. Um im Falle eines Falles Störungen und Maschinenstillstände und damit lange Ausfallzeiten zu vermeiden, kommen bei Bedarf Service-Mitarbeiter von der BEUMER Group nach Callao, um die notwendigen Anpassungen vorzunehmen.

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 Die BEUMER Group ist ein international führender Hersteller der Intralogistik in den Bereichen Förder- und Verladetechnik, Palettier- und Verpackungstechnik sowie Sortier- und Verteilanlagen. Zusammen mit Crisplant a/s und Enexco Teknologies India Limited beschäftigte die BEUMER Group 2015 etwa 4.000 Mitarbeiter. Die Unternehmensgruppe erwirtschaftete einen Jahresumsatz von rund 700 Millionen Euro. Mit ihren Niederlassungen und Vertretungen ist die BEUMER Group in zahlreichen Branchen weltweit präsent.

 

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